In diesem Artikel zeigen wir dir alles, was du zum Thema Kreditkarte für schlechte Bonität wissen musst. Von den richtigen Kartentypen bis hin zu praktischen Tipps, wie du deine Chancen auf eine Genehmigung erhöhst.
Was bedeutet schlechte Bonität eigentlich?
Bonität beschreibt deine Kreditwürdigkeit. Banken und Kreditkartenanbieter prüfen sie, bevor sie dir eine Karte ausstellen. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Dein Schufa-Score (ein Punktwert zwischen 0 und 100)
- Bestehende Schulden oder laufende Kredite
- Vergangene Zahlungsausfälle oder Mahnverfahren
- Dein regelmäßiges Einkommen
Ein Schufa-Score unter 90 Punkten gilt bereits als eingeschränkt. Unter 80 Punkten wird es schwierig, klassische Kreditkarten zu bekommen. Negative Einträge entstehen zum Beispiel durch nicht bezahlte Rechnungen, Inkassoverfahren oder Privatinsolvenz.
Wichtig zu verstehen: Schlechte Bonität ist kein dauerhafter Zustand. Du kannst aktiv daran arbeiten, sie zu verbessern. Wie das geht, erklären wir dir in unserem Artikel Bonität verbessern & Schufa Score erhöhen: Dein Guide 2025.
Die Schufa speichert negative Einträge nicht für immer. Viele Einträge werden nach drei Jahren automatisch gelöscht – vorausgesetzt, die Forderung wurde beglichen. Es lohnt sich also, einmal im Jahr eine kostenlose Schufa-Selbstauskunft anzufordern und die eigenen Daten zu prüfen.
Welche Kreditkarten gibt es trotz negativer Schufa?
Nicht jede Kreditkarte erfordert eine einwandfreie Bonität. Es gibt drei Kartentypen, die auch bei schlechter Bonität realistisch sind.
1. Prepaid-Kreditkarte
Die Prepaid-Kreditkarte ist die zugänglichste Option. Du lädst Guthaben auf die Karte und kannst nur das ausgeben, was drauf ist. Keine Schufa-Abfrage, kein Kreditrahmen, kein Risiko für den Anbieter. Deshalb bekommst du sie fast immer – unabhängig von deiner Bonität.
Vorteile:
- Keine Schufa-Prüfung
- Kein Überziehungsrisiko
- Ideal für Online-Shopping und Reisen
Nachteile:
- Kein echter Kreditrahmen
- Manchmal Gebühren für Aufladung oder Nutzung
- Hilft nicht direkt beim Aufbau der Bonität
2. Debitkarte mit Visa- oder Mastercard-Logo
Technisch gesehen keine Kreditkarte, aber funktional ähnlich. Du zahlst direkt vom Girokonto. Viele Banken stellen diese Karten ohne strenge Bonitätsprüfung aus. Sie werden von den meisten Online-Shops und Hotels akzeptiert.
3. Gesicherte Kreditkarte (Secured Credit Card)
In Deutschland noch wenig verbreitet, aber im Kommen. Du hinterlegst eine Kaution, die als Sicherheit dient. Der Kreditrahmen entspricht meist der Kautionshöhe. Manche Anbieter melden dein Zahlungsverhalten an die Schufa – das kann deinen Score langfristig verbessern.
Wenn du gerade erst mit Kreditkarten anfängst, empfehlen wir dir auch unseren Basisartikel: Kreditkarte für Anfänger: Dein Einstieg in die Kartenwelt.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Nicht jede Karte, die ohne Schufa-Prüfung ausgestellt wird, ist automatisch eine gute Wahl. Einige Anbieter nutzen die Situation aus und verlangen überhöhte Gebühren. Hier sind die wichtigsten Kriterien, die du vergleichen solltest:
- Jahresgebühr: Manche Karten kosten bis zu 60 € pro Jahr. Prüfe, ob der Nutzen das rechtfertigt.
- Auflade- und Transaktionsgebühren: Besonders bei Prepaid-Karten können diese schnell teuer werden.
- Auslandseinsatzgebühren: Wichtig, wenn du viel reist oder im Ausland einkaufst.
- Akzeptanz: Visa und Mastercard werden weltweit breiter akzeptiert als manche Nischenanbieter.
- Meldung an die Schufa: Wenn du deine Bonität aufbauen möchtest, ist es ein Plus, wenn pünktliche Zahlungen gemeldet werden.
Vergleiche immer mehrere Angebote, bevor du einen Antrag stellst. Jede Schufa-Anfrage durch einen Anbieter kann deinen Score kurzfristig senken. Achte darauf, dass der Anbieter eine sogenannte Konditionsanfrage statt einer Kreditanfrage stellt – Konditionsanfragen sind Schufa-neutral.
So erhöhst du deine Chancen auf eine Genehmigung
Auch wenn deine Bonität gerade nicht ideal ist, kannst du einiges tun, um deine Chancen zu verbessern.
Regelmäßiges Einkommen nachweisen
Viele Anbieter schauen nicht nur auf den Schufa-Score. Ein stabiles Einkommen – auch aus Minijob oder Teilzeit – kann positiv wirken. Halte Gehaltsabrechnungen bereit.
Bestehende Schulden reduzieren
Wenn du offene Forderungen hast, zahle sie so schnell wie möglich. Erledigte Einträge werden nach einer Weile aus der Schufa gelöscht und verbessern deinen Score.
Unnötige Konten schließen
Zu viele offene Konten oder Kreditlinien wirken sich negativ aus. Schließe Konten, die du nicht mehr nutzt.
Mitantragsteller hinzufügen
Manche Anbieter erlauben es, einen zweiten Antragsteller mit guter Bonität einzutragen. Das erhöht die Chancen auf eine Genehmigung deutlich.
Realistische Erwartungen setzen
Mit schlechter Bonität wirst du wahrscheinlich keinen hohen Kreditrahmen bekommen. Starte klein. Ein niedriges Limit, das du zuverlässig bedienst, ist der erste Schritt. Wie du dein Limit später erhöhen kannst, erklären wir in unserem Artikel Kreditkartenlimit erhöhen: Der Guide für Anfänger 2025.
Langfristig Bonität aufbauen – so geht's
Eine Kreditkarte trotz schlechter Bonität zu bekommen ist der erste Schritt. Der zweite ist, sie klug einzusetzen, um deine Kreditwürdigkeit langfristig zu verbessern.
Pünktlich zahlen – immer
Das ist die wichtigste Regel. Jede pünktliche Zahlung stärkt dein Profil. Richte am besten eine Lastschrift ein, damit du keine Fälligkeit verpasst.
Kreditrahmen nicht voll ausschöpfen
Experten empfehlen, maximal 30 % des verfügbaren Kreditrahmens zu nutzen. Eine hohe Auslastung signalisiert finanzielle Anspannung.
Keine unnötigen Neuanträge stellen
Jeder Kreditkartenantrag hinterlässt eine Spur in der Schufa. Stelle nur dann einen Antrag, wenn du wirklich eine neue Karte brauchst.
Schufa regelmäßig prüfen
Fehler in der Schufa kommen vor. Prüfe deine Daten einmal jährlich und lasse falsche Einträge korrigieren. Die kostenlose Selbstauskunft kannst du direkt bei der Schufa anfordern.
Übrigens: Wenn du eine Kreditkarte mit zusätzlichem Mehrwert suchst, lohnt sich auch ein Blick auf Kreditkarte mit Cashback: So holst du das Maximum raus. Manche Cashback-Karten sind auch für Einsteiger mit eingeschränkter Bonität zugänglich.
Häufige Fragen zur Kreditkarte bei schlechter Bonität
Kann ich eine Kreditkarte trotz negativer Schufa bekommen?
Ja, das ist möglich. Prepaid-Kreditkarten und Debitkarten werden oft ohne Schufa-Prüfung ausgestellt. Auch gesicherte Kreditkarten, bei denen du eine Kaution hinterlegst, sind eine Option. Klassische Kreditkarten mit Kreditrahmen sind bei negativer Schufa jedoch schwer zu bekommen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Prepaid-Kreditkarte und einer echten Kreditkarte?
Bei einer Prepaid-Kreditkarte lädst du vorab Guthaben auf und kannst nur dieses ausgeben. Eine echte Kreditkarte gibt dir einen Kreditrahmen, den du am Monatsende oder in Raten zurückzahlst. Prepaid-Karten erfordern keine Bonitätsprüfung, bieten aber keinen echten Kredit.
Wie lange bleiben negative Schufa-Einträge bestehen?
Das hängt von der Art des Eintrags ab. Bezahlte Forderungen werden in der Regel drei Jahre nach Begleichung gelöscht. Privatinsolvenzen bleiben bis zu sechs Jahre gespeichert. Es lohnt sich, die eigene Schufa-Auskunft regelmäßig zu prüfen und veraltete oder fehlerhafte Einträge löschen zu lassen.
Schadet ein Kreditkartenantrag meiner Schufa?
Eine sogenannte Kreditanfrage kann deinen Schufa-Score kurzfristig leicht senken. Eine Konditionsanfrage hingegen ist Schufa-neutral. Frage beim Anbieter nach, welche Art von Anfrage gestellt wird, bevor du einen Antrag einreichst.
Kann ich mit einer Prepaid-Kreditkarte meine Bonität verbessern?
In der Regel nicht direkt, da Prepaid-Karten meist nicht an die Schufa gemeldet werden. Besser geeignet sind gesicherte Kreditkarten, die pünktliche Zahlungen an Auskunfteien melden. Alternativ hilft es, bestehende Schulden abzubauen und alle laufenden Zahlungen pünktlich zu leisten.
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